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Krahl-Archiv entsteht ||| Angaben zur Person. Ein Film (3/2007)
||| Der SDS-Ideologe aus der Voss-Straße
(2/2005) ||| Thankmar, der junge Krahl (2/2005) ||| Trommeln für einen beinah vergessenen
Helden (1/2005) ||| Krahl und die SI (1/2005) |||
Der Chefideologe (10/2004)
|||
Club
Voltaire in Frankfurt (2000/04) ||| Michael
Rutschky "hitman"
(9/2004) ||| Alexander Kluge "Ich
schließe hier an Hans-Jürgen Krahl an" (9/2003) |||
Krahl, Kofler und
die Kritik der Frankfurter Schule in praktischer Absicht (7/2003)
||| Günter Grass:
1968 (1999)
Junge Welt: Krahl-Archiv entsteht
Ausgabe vom 21. Juni 2007
444
Ein
Veranstaltungshinweis am 17. 3. 2007 in der taz: Angaben zur Person.
Ein Film der Gruppe Slatan Dudow
In Hamburg zeigt das "communistisch-ästhetische grüppchen" den Film
"Angaben zur Person"
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Der SDS-Ideologe aus der Voss-Straße
Das Geburtshaus von Krahl stand in der Voss-Straße 7. Das Haus
gehörte den Vosswerken, es steht heute nicht mehr. Zitat aus
dem Artikel des Sarstedter Anzeigers vom 12. Februar 2005
444
Thankmar, der junge Krahl
Um Hans-Jürgen Krahl, den Frankfurter SDS-Tribun
und Adorno-Schüler, haben sich schon zu Lebzeiten Legenden gerankt.
Neben Dutschke und – nach dem Attentat von Ostern 1968 – an dessen
Stelle verkörperte er das eigentümliche Charisma dieser sich
„anti-autoritär“ deklarierenden Jugendbewegung mit ihrer Mischung
aus permanenter Aktion und esoterischer Theoriesprache.
Als „der Krahl“ (wie alle ihn damals nannten) im Februar 1970,
gerade siebenundzwanzig Jahre alt, bei einem Autounfall ums Leben
kam, sahen viele darin eine erschreckende, nahezu schicksalhafte
Konsequenz am Werk. Manche seiner Weggefährten stilisierten seinen
frühen Tod zum Fanal einer Verzweiflung, die vor allem den
autoritären Tendenzen im Innern der Bewegung selbst gegolten habe,
und damit zum Sinnbild für das erneute Absterben einer emanzipativen
Bewegung in Deutschland. [...]
...so beginnt der in der Frankfurter Rundschau
am 3. Febr. 2005 erschienene Artikel von Gerd Koenen über den
"jungen Krahl". Der Artikel ist leider nicht im
Internet-Archiv der FR zugänglich, sondern nur in der Printausgabe (FR-Plus).
Wir können den Artikel hier als PDF-Datei anbieten (über 350 KB).
444
Thankmar, der junge Krahl
In der englischsprachigen Ausgabe des Perlentauchers
(www.signandsight.com) gibt es eine übersetzte Version des Artikel
von Gerd Koenen "Thankmar, the young Krahl".
444
Und in der gleichen Zeitung:
Totenunruhe:
Hans-Jürgen Krahl, Mythos der 68er, bewegt wieder zum Protest -
Jahrzehnte nach seinem Tod. Wer war der Mann?
Totenkultig: Gerhard Zwerenz schrieb am Mythos Krahl mit. Ein
Blick in vergilbte Seiten.
GEDÄCHTNIS-INITIATIVE
Trommeln für einen beinah vergessenen
Helden
Hans-Jürgen Krahl ist in
Vergessenheit geraten. Eine Initiative will nun auf dem Grab des
jung verstorbenen 68er-Denkers in Hannover ein Denkmal errichten.
Beitrag von Michael Ridder in der Frankfurter Rundschau vom 29.
Januar 2005
444
Krahl und die
Situationistische Internationale
Links von Dutschke wurde der Funke des
theoretischen Sinns in den deutschen Zuständen am ehesten von Leuten
wie Hans-Jürgen Krahl entfacht, und zwar in enger Anlehnung an
Adorno und an den »Westlichen Marxismus«. Obwohl Krahl unserer
Kenntnis nach ebensowenig jemals von der SI Notiz nahm wie diese von
ihm, ist die Konvergenz in den theoretischen Leitmotiven und sind
die Berührungsflächen unübersehbar.
Dies zeigt sich z.B. überdeutlich in den kurz vor
seinem Tode entstandenen Thesen »Zum allgemeinen Verhältnis von
wissenschaftlicher Intelligenz und proletarischem
Klassenbewusstsein«: »In die Theorienbildung der Neuen Linken muss
die Erfahrung des Faschismus als eines organisierten Naturzustandes
eingehen, der zwar insgesamt mit den Kategorien der Kritik der
politischen Ökonomie, dem Akkumulationsprozess und
Krisenzusammenhang des Kapitals erklärbar ist, dessen Terror im
einzelnen aber sich solcher begrifflichen Subsumtion sträubt.
Auschwitz ist kontingent auch noch den überlieferten Kategorien
einer Kritik der politischen Ökonomie gegenüber. Auf dem Hintergrund
dieser skizzierten Bewusstseinsverfassung stellen sich die
revolutionstheoretisch entscheidenden Probleme der historischen
Genesis des Klassenbewusstseins, und zwar 1. als Problem einer
Rekonstruktion revolutionärer Theorie als einer Lehre, deren
Aussagen die Gesellschaft unter dem Aspekt radikaler Veränderbarkeit
begreifen, 2. der Wiedergewinnung einer Dimension materialistischer
Empirie von Bedürfnisbefriedigung und Interessenserzeugung, 3. das
Problem der Umsetzung der Theorie ins Bewusstsein des Proletariats.«
Diese Aufgabenstellung wurde von den RevolutionärInnen in der BRD
bis heute nicht in Angriff genommen.
Ausschnitt aus einem Artikel der Jungle World
Nr. 1/2005. Dort wird als Quelle angegeben:
Biene Baumeister/Zwi Negator: Situationistische Revolutionstheorie.
Eine Aneignung. Schmetterling Verlag, Stuttgart 2004. 240 S., 10
Euro.
http://www.jungle-world.com/seiten/2005/01/4654.php
Frankfurter Rundschau, 21. Oktober
2004
90 Jahre Goethe-Universität 
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PORTRÄT
Der Chefideologe
VON FRED KICKHEFEL
Der 14. Februar 1970 ist ein nasskalter
Wintertag. Auf der Bundesstraße 252, rund 50
Kilometer vor Marburg, gerät ein Auto auf
eisglatter Fahrbahn ins Schleudern und prallt
gegen einen entgegenkommenden Lastwagen. Der
26-jährige Frankfurter Student auf dem
Beifahrersitz ist sofort tot. Damit hat der
Sozialistische Deutsche Studentenbund (SDS )
seinen "Chefideologen" verloren,
Vorstandsmitglied Hans-Jürgen Krahl.
[Vollständiger
Artikel]
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Club Voltaire in Frankfurt am Main im Jahr 2000 oder 2004.
Foto: Saßmannshausen
Ja, der Glaube. Es gibt Bemühungen,
als Literalismus eine eigene Form von Ideologie oder
Religion zu beschreiben. Literalismus heißt, in
gewissen heiligen Büchern - die Bibel, der Koran,
die blauen Bände der MEGA - ist unverrückbar die
Wahrheit niedergelegt. Es kömmt nur darauf an, diese
Bücher richtig zu lesen, aber dieses richtige Lesen
stellt eine lebenslange und geradezu übermenschliche
Aufgabe dar. Insbesondere kommt es auf wörtliches
Verständnis an - wenn sich zwischen Marx
Aufstellungen über die sinkende Profitrate und Hartz
IV kein zwingender Zusammenhang ergeben will, umso
schlimmer für Hartz IV! Marx Buch bleibt jedenfalls
Wort für Wort wahr. Das Problem ist, dass du es
nicht richtig zu lesen vermagst. Ebenso kann der
Literalismus natürlich mit dem Koran verfahren. Oder
den Büchern Rudolf Steiners.
Wir wussten nicht, als wir zu der Trauerfeier für O.
in den Süden reisten, dass sie ihren Lebenssinn aus
der Teilnahme an einem frommen Konventikel gezogen
hatte, der ihre Jugendüberzeugungen konservierte.
Bei dem anschließenden Empfang bekamen wir es mit
einem Problem zu tun, das Marcel Proust im letzten
Band der "Suche nach der verlorenen Zeit" so
eindrucksvoll schildert: Dieser melancholische
ältere Herr dort, ja, der mit dem Schnauzer und der
Pfeife, ist das nicht der ehemalige hitman von
Hans-Jürgen Krahl, der seinerzeit Adorno
philosophisch überholte und die Revolution anführen
sollte? Und er hier, immer noch das selig-überlegene
Lächeln im Gesicht, er wusste je schon alle Formen
des falschen Bewusstseins, wie es die Welt regiert,
aus dem Warenfetisch abzuleiten. Wie O. wurden er
nie fertig; die Diplomarbeit, die Habermas Theorie
als verqueren Ausdruck der Warenform deutet, wächst
vermutlich als Zettelkasten immer noch vor sich hin.
MICHAEL RUTSCHKY
taz Nr. 7468 vom 22.9.2004, Seite 11
Krahl, Kofler und die Kritik der Frankfurter Schule
in praktischer Absicht.
Ein Artikel von Christoph Jünke, zuerst erschienen in
SoZ. Sozialistische Hefte (Sonderausgabe der
SoZ. Sozialistische Zeitung; Nr.4, Juli 2003
444
1968
... Einer unserer wortmächtigsten Sprecher, von dessen Eloquenz
sogar der Meister der Negation angetan war, Hans-Jürgen Krahl
nämlich, der übrigens wenige Jahre zuvor
... [...] Günter Grass. Mein Jahrhundert. Göttingen 1999
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